Taufkirchen (ots) – Acht von zehn Vorständen und Geschäftsführern in Deutschland sagen, das Thema „internationaler Terrorismus“ habe eher keine Folgen für die Geschäftstätigkeit ihrer Firma. Diese Einschätzung mag auch damit zu tun haben, dass 42 Prozent der Top-Manager nicht wirklich wissen, welche Anforderungen die EU-Anti-Terror-Verordnungen an ihr Unternehmen eigentlich stellen. Dabei sind etwa drei Viertel der Betriebe international tätig und damit verstärkt in Gefahr, gegen diese Verordnungen zu verstoßen. Das zeigt die Umfrage „Deutsche Unternehmen und der internationale Terrorismus“ der Unternehmensberatung ROC. Mehr als 100 Top-Manager deutscher Unternehmen wurden dafür befragt.

Die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus in Europa steigt. Anfang Juni hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in seiner Reaktion auf den Terroranschlag von London gesagt, man werde „wohl auf lange Zeit mit dem Terror leben müssen“, sich aber nicht an ihn gewöhnen. In vielen deutschen Unternehmen scheint dennoch eine gewisse Gewöhnung eingetreten zu sein. So glauben 82 Prozent der Top-Manager von Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern, der internationale Terrorismus beeinflusse nicht die Geschäftstätigkeit ihrer Firma. Weitere 75 Prozent meinen, das Thema habe keine Folgen für die eigene Branche. Und mehr als vier von zehn Vorständen und Geschäftsführern wissen nicht, dass sie laut den Anti-Terror-Verordnungen der Europäischen Union (EU) sicherstellen müssen, dass sie nicht Personen finanziell unterstützen (beispielsweise durch Lohnzahlungen im Ausland), die dem internationalen Terrorismus zuzuordnen sind.

„Unsere Studie zeigt, dass viele Unternehmenslenker die Folgen des internationalen Terrorismus für ihren Betrieb unterschätzen. Das ist hochgefährlich, zumal 77 Prozent der von uns befragten Unternehmen international arbeiten“, sagt Oliver Back, Global COO der ROC Group. „Wer seine Pflicht vernachlässigt, die Mitarbeiterdaten mit bestehenden Terrorlisten abzugleichen, riskiert ein Strafverfahren und damit auch wirtschaftliche Folgen für sein Unternehmen. Hinzu kommt der Imageschaden.“

Zwar sagen 58 Prozent der befragten Top-Führungskräfte, ihnen seien die Anforderungen der EU-Anti-Terror-Verordnungen bekannt. Doch in der Praxis spiegelt sich das nur bedingt wider: Gerade einmal 20 Prozent aller Unternehmen haben entsprechende Maßnahmen bereits abgeschlossen, während 38 Prozent noch in der Umsetzung stecken. Weitere 17 Prozent sind noch nicht aktiv geworden, planen das aber. Immerhin: Mehr als sechs von zehn Firmen haben der ROC-Studie zufolge einen Verantwortlichen benannt, der aktuelle Entwicklungen bezüglich Terror-Gefahren stets im Blick hat.

Für Unternehmen sollten die Umfrage-Ergebnisse ein Weckruf sein, nun – falls noch nicht geschehen – dringend aktiv zu werden. Aktuell attestieren sich allerdings nur 37 Prozent der Top-Manager uneingeschränkt die – für den Terrorlisten-Abgleich erforderliche – Compliance-Erfahrung. Dabei ist gerade der Umgang mit Beschäftigtendaten ein heikles Thema, vor allem im Zusammenhang mit Terrorismus. „Da viele Betriebe nicht die nötige Compliance-Expertise im Unternehmen haben, sollten sie sich von externen Fachleuten dabei helfen lassen“, rät Marc Fürstner, Geschäftsführer der MHP Solution Group.

ROC und die MHP Solution Group bieten deshalb eine gemeinsame Lösung zur Prüfung anhand von Sanktionslisten an. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus den Arbeitsalltag leider stärker beeinflusst als viele Firmenlenker meinen. Das gilt vor allem für die Unternehmen, die Geschäfte über Landesgrenzen hinweg tätigen“, erläutert ROC-COO Back. „Der datenschutzrechtlich sichere Abgleich mit den bestehenden Terrorlisten sollte ebenso selbstverständlich werden wie ein gültiges, sogenanntes AEO-Zertifikat für zugelassene Wirtschaftsbeteiligte im internationalen Warenverkehr.“

Hintergrundinformationen

ROC (www.roc-group.de) ist das weltweit führende Consultinghaus für SAP Human Capital Management (HCM). 1998 in Großbritannien gegründet, beschäftigt ROC mittlerweile mehr als 150 Berater, die für Kunden rund um den Globus mithilfe von SAP-Technologie Lösungen entwickeln, die den gesamten Mitarbeiterlebenszyklus abbilden. Alle ROC-Berater verfügen dabei stets über profunde Kenntnisse im Bereich der verschiedenen Industrien, des HR-Managements als auch der dahinterliegenden SAP-Plattformen und Technologien.

Die MHP Solution Group ist (www.mhp-solution-group.com) mit ca. 100 Mitarbeitern an 5 Standorten in Europa einer der führenden Anbieter von Anwendungen für die Versandabwicklung, den Außenhandel und Lagerlogistik. Unsere ca. 2.500 Kunden optimieren und vereinfachen ihre kaufmännischen Prozesse mit Lösungen aus unserem Portfolio. Ein hohes Maß an Integration und Automatisierung in Verbindung mit den bestehenden kaufmännischen Lösungen ist ein wichtiger Punkt in der Implementierung. Die Bereitstellung erfolgt sowohl lokal am Standort als auch in der Cloud.

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Köln (ots) – Spendenaktion in REWE- und nahkauf-Märkten für eine nachhaltigere Produktion

Der Großteil der in Deutschland verkauften Bananen stammt aus Mittel- und Südamerika. In den Anbaugebieten herrschen jedoch oft geringe soziale und ökologische Standards. Das will REWE ändern: Mit dem REWE Group-Bananenfonds unterstützt das Unternehmen soziale und ökologische Projekte in Costa Rica und Panama, um die Lebens-, Arbeits- und Umweltbedingungen vor Ort zu verbessern. Vom 14. bis zum 26. August können REWE- und nahkauf-Kunden mit dem Kauf von Bananen dieses Engagement unterstützen: Für jedes verkaufte Kilo Bananen gehen 10 Cent an den Bananenfonds.

Bereits seit 2007 engagiert sich die REWE Group für eine nachhaltigere Produktion von Bananen und finanziert lokale Projekte in den Anbauländern, seit 2013 mit dem eigens gegründeten Bananenfonds. Mehr als 1,5 Millionen Euro hat die REWE Group dem Fonds bereits zur Verfügung gestellt, um damit ökologische und soziale Projekte zu fördern, die die Umwelt- und Lebensbedingungen vor Ort verbessern. Der Fokus liegt dabei auf Erziehung und Jugendarbeit, medizinischer Versorgung, Infrastruktur und Artenvielfalt. Die Auswahlkriterien für Projekte, die Unterstützung aus dem Bananenfonds erhalten sollen, haben Vertreter aus lokalen Nichtregierungsorganisationen (Zivilgesellschaft, Umweltschutzverbände, Arbeitnehmervertretungen u. a.) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der REWE Group erarbeitet.

Lokale Organisationen können sich mit ihren Projektideen im Rahmen von Ausschreibungen bewerben, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit/International Service (GIZ-IS) GmbH durchgeführt werden. Die Projektanträge werden anhand der abgestimmten Auswahlkriterien ausgewertet und einem Beirat aus Vertretern von Chiquita, Dole, Fyffes, der Caritas Costa Rica und der REWE Group zur Prüfung und Bewilligung vorgelegt. Umgesetzte Maßnahmen werden von der GIZ-IS vor Ort intensiv betreut und kontrolliert.

14 Projekte sind bereits abgeschlossen, 11 Projekte befinden sich in der Umsetzung und 16 Projekte in der Planung. In Waldeck, Costa Rica, wurde beispielsweise das Gesundheitszentrum renoviert und erweitert. Neue medizinische Geräte stellen sicher, dass die Menschen vor Ort untersucht und behandelt werden können. Ebenfalls neue medizinische und zahnmedizinische Geräte gab es für die Klinik in Puerto Viejo de Sarapiquí, Costa Rica. Mit ihnen können Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten für die 20.000 Bewohner des Ortes und die naheliegenden Gemeinden sichergestellt werden. In der Gemeinde La Colonia wurde eine Pumpstation gebaut, um die Anwohner mit frischem Trinkwasser zu versorgen und in Waldeck sowie in La Perlita wurden Sport-, Freizeit- und Erziehungsangebote für Kinder und Jugendliche eingerichtet. Um das Aussterben bedrohter Schildkröten zu verhindern, widmete sich zudem ein Projekt in San San Pond Sak, Panama, dem Bau von Gehegen zum Schutz der Schildkrötennester und -eier.

Im Aktionszeitraum der Bananenwochen wird für jedes Kilo Bananen unabhängig von der Marke gespendet. REWE bietet unter der Eigenmarke „REWE Beste Wahl“ beispielsweise Bananen mit dem blau-weißen PRO PLANET-Label an. Das Siegel ist eine verlässliche Orientierungshilfe für Verbraucher, die mit ihrem Einkauf auch etwas für die Umwelt und die Sozialverträglichkeit von Produkten tun wollen. Bei den PRO PLANET-Bananen setzt die REWE Group auf eine Zertifizierung der Erzeuger mit dem Siegel Rainforest Alliance Certified nach dem SAN-Standard für nachhaltige Landwirtschaft. Die Zertifizierung auf höchstem Niveau ist Voraussetzung dafür, dass die Bananen das PRO PLANET-Label erhalten. Zusätzlich müssen weitere Kriterien erfüllt werden.

Mit einem Umsatz von 18,4 Mrd. Euro (2016), rund 120.000 Mitarbeitern und weit über 3.000 REWE Märkten gehört die REWE Markt GmbH zu den führenden Unternehmen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Die REWE Märkte werden als Filialen oder durch selbstständige REWE-Kaufleute betrieben.

Die genossenschaftliche REWE Group ist einer der führenden Handels- und Touristikkonzerne in Deutschland und Europa. Im Jahr 2016 erzielte das Unternehmen einen Gesamtaußenumsatz von über 54 Milliarden Euro. Die 1927 gegründete REWE Group ist mit ihren 330.000 Beschäftigten und 15.000 Märkten in 19 europäischen Ländern präsent. In Deutschland erwirtschafteten im Jahr 2016 rund 240.000 Mitarbeiter in rund 10.000 Märkten einen Umsatz von 39 Milliarden Euro.

Für Rückfragen:

REWE Unternehmenskommunikation, presse@rewe.de 

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München (ots) – Mit Urteil vom 20. Juli 2017 kippt das OLG München (AZ 6 U 4436/16) die Auffassung des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP), nach welcher die Bezeichnung ‚Wirtschaftspsychologe‘ nur nutzen durfte, wer über ein Diplom oder einen Bachelor- mit zusätzlichem Masterabschluss in Psychologie verfügte.

Der BDP hatte den Professor der Munich Business School verklagt, weil dieser ihn öffentlich kritisiert und sich provokativ als Wirtschaftspsychologe bezeichnet hatte, obwohl er Psychologie nicht mit Diplom, sondern mit Magister abgeschlossen und anschließend einen Wirtschafts-Master an der Universität Oxford absolviert hatte.

Dies genüge laut BDP nicht. Dagegen dürfe jeder Diplom-Psychologe die Bezeichnung verwenden, auch ohne wirtschaftswissenschaftliche Qualifikation, nicht aber Absolventen eines Bachelor- oder Masterstudienganges in Wirtschaftspsychologie.

Prof. Dr. Jack Nasher dazu: „Für einen Hochschulprofessor ist es egal, ob er sich ‚Wirtschaftspsychologe‘ nennen darf.“ und fügt hinzu: „Egal ist es aber nicht für Absolventen staatlich akkreditierter Wirtschaftspsychologie-Studiengängen, denen der BDP die Bezeichnung untersagt.“

Der Berliner Verein hat seit langem Lobby-Arbeit betrieben, indem von der Chefredakteurin eines Vereinsblattes, Bärbel Schwertfeger, regelmäßig Artikel in den unterschiedlichsten Publikationen verbreitet wurden. Zwar flog Bärbel Schwertfegers Lobby-Arbeit auf, die BDP Position aber verfestigte sich.

Mit dem höchstrichterlichen Urteil ist das nun vorbei. Prof. Dr. Jack Nasher: „Das Urteil ist eindeutig: Wer Wirtschaft mit Psychologie studiert hat, darf sich Wirtschaftspsychologe nennen.“

Über Jack Nasher:

Nasher studierte Jura, Philosophie, Psychologie und Wirtschaft u.a. an der Oxford University, an der er auch lehrte. Zurzeit ist er Professor an der Munich Business School. Er hält weltweit Vorträge und Trainings und leitet das NASHER-Verhandlunginstitut. Seine Bücher standen monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste und erschienen u. a. in Russland, Korea und China. https://www.jacknasher.com

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Fortis PR, Laura Höfken, Tel. 089/452278-16, 
E-Mail: fortispr@fortispr.de

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Hamburg (ots) – Glaubwürdigkeit in den Sozialen Medien: Für Unternehmen hängt sie nicht nur davon ab, was sie sagen – sondern auch davon, wo. Besonders schlecht sieht es auf Facebook aus: Sechs von zehn Nutzern des Freunde-Netzwerks zeigen nur geringes Vertrauen in Informationen, die sie dort von kommerziellen Anbietern erhalten. Am meisten Vertrauen finden Unternehmen im Social Web hingegen bei Xing und LinkedIn. Das zeigt der aktuelle, repräsentative Social-Media-Atlas der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und des Marktforschers Toluna.

Nirgendwo in den Sozialen Medien bringen Nutzer Unternehmen mehr Vertrauen entgegen als auf Xing: 62 Prozent der Xing-User haben hohes Vertrauen in Informationen kommerzieller Anbieter, die sie über das Berufs-Netzwerk erhalten. Damit schlägt Xing als einziges Soziales Medium sogar die klassischen Medien Radio, Zeitungen / Zeitschriften und Fernsehen. 19 Prozent der Xingler bezeichnen dieses Vertrauen sogar als „sehr hoch“.

Dicht verfolgt wird Xing in der Vertrauensfrage von seinem direkten Konkurrenten LinkedIn. 56 Prozent der LinkedIn-Nutzer begegnen kommerziellen Anbietern dort mit hohem Vertrauen. 14 Prozent qualifizieren dieses Vertrauen als „sehr hoch“, 42 Prozent als „eher hoch“.

Bei Google+ und Blogs halten sich Vertrauen und Skepsis die Waage: Je die Hälfte der User begegnen hier Informationen von Unternehmen und Organisationen mit hohem und geringen Vertrauen.

Auf allen anderen untersuchten Social-Media-Kanälen sind die Skeptiker in der Mehrheit. Mal knapp, zum Beispiel bei Internet-Foren: Hier begegnen 51 Prozent der Nutzer Informationen kommerzieller Anbieter mit geringem Vertrauen. Und mal deutlicher – wie bei Snapchat mit 59 Prozent. Oder eben Facebook mit 60 Prozent.

„Zu einer fundierten Social-Media-Strategie gehört immer die Auswahl der richtigen Kanäle“, sagt Dr. Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter und Social-Media-Experte des Faktenkontors. „Ein wichtiger Faktor bei dieser Auswahl ist: Wo begegnen mir meine Zielgruppen mit Vertrauen?“

Der Social-Media-Atlas erfasst seit 2011 jährlich auf Basis einer repräsentativen Umfrage die Nutzung Sozialer Medien in Deutschland und dient Unternehmen als unverzichtbare Grundlage zur strategischen Planung ihrer Social-Media-Aktivitäten. Die Studie liefert unter anderem belastbare Fakten darüber, welche Dienste im Web 2.0 von wem wie intensiv genutzt werden, welche Themen auf welchen Kanälen diskutiert werden und inwieweit Soziale Medien Kaufentscheidungen beeinflussen. Der Social-Media-Atlas wird von der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und dem Marktforscher Toluna in Kooperation mit dem IMWF – Institut für Management- und Wirtschaftsforschung herausgegeben.

Für den aktuellen Social-Media-Atlas (Hamburg, Januar 2017) wurden 3.500 nach Alter, Geschlecht und Bundesland repräsentative Internetnutzer ab 14 Jahren in Form eines Online-Panels zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt. Erhebungszeitraum war das vierte Quartal 2016. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Die komplette Studie mit allen Ergebnissen kann unter http://www.faktenkontor.de/faktenkontor-studien/ gegen eine Schutzgebühr von 360,- Euro zzgl. MwSt. bestellt werden.

Faktenkontor ist der Berater für Unternehmens- und Vertriebskommunikation. Branchenerfahrene Experten unterstützen Unternehmen aus Finanzdienstleistung, Gesundheitswirtschaft sowie der Beratungs- und Technologie-Branche darin, ihre Zielgruppen über klassische und digitale Medien sowie im persönlichen Kontakt zu erreichen. Neben Medienberatung gehören Konzeption und Umsetzung von Kampagnen sowie Social-Media-Strategien zum Leistungsspektrum. Das Faktenkontor ist zertifiziertes Mitglied der Gesellschaft der führenden PR- und Kommunikationsagenturen (GPRA) und zertifiziertes Mitglied des Hamburger Consulting Club e.V. (HCC).

Besuchen Sie unsere Website: www.faktenkontor.de.

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Dr. Roland Heintze
Faktenkontor GmbH
Ludwig-Erhard-Straße 37
D-20459 Hamburg
Tel.: 0 40/253 185-1 10
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Hamburg (ots) – Jürgen Resch, der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), rechnet damit, dass in deutschen Großstädten bereits im kommenden Jahr erste Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge verhängt werden. Er sei sich „sicher“, dass in einzelnen Städten solche Fahrverbote „zum Jahresbeginn 2018“ in Kraft treten werden, sagte Resch in einem Interview, das das Hamburger Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe veröffentlicht.

Resch verwies auf den Fall der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Für den dortigen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann werde es als Grünen-Politiker „sehr schwierig“, sich kurz vor der Bundestagswahl „für eine durchsichtige Verzögerungstaktik“ zu entscheiden und Rechtsmittel gegen ein vom Verwaltungsgericht Stuttgart bereits verhängtes Fahrverbot einzulegen. Die DUH hatte diese Gerichtsentscheidung erwirkt. Auch in München ist aus Sicht von Resch bereits im Jahr 2018 mit einem Fahrverbot zu rechnen.

Auch das Software-Update für einige neuere Modelle, das die Autohersteller bei dem Diesel-Gipfel in der vergangenen Woche angeboten haben, reicht nach Auffasssung des DUH-Geschäftsführers nicht aus, um Fahrverbote zu verhindern. Da selbst moderne Euro-6-Diesel laut Umweltbundesamt auf der Straße sechsmal so viel Stickoxide aussstoßen wie erlaubt, genüge es nicht, die Abgase nur um ein Viertel zu reduzieren.

In harten Worten kritisierte Resch die Autohersteller. Mit minderwertiger Abgasreinigung und „illegalen Praktiken“ hätten sie Milliarden Euro zusätzlich verdient. Jedes Jahr habe das „zu Tausenden Toten und zu Hunderttausenden von Erkrankungen“ geführt. „Wir erheben gegen die Konzernchefs den Vorwurf der schweren Körperverletzung mit Todesfolge, weil diese die Folgen ihrer kriminellen Verringerung der Abgasreinigung ganz genau kannten“, fügte der Geschäftsführer hinzu. Aus seiner Sicht sei es daher „den seit 20 Jahren betrügerisch operierenden Autokonzernen zumutbar, die knapp neun Millionen Diese-Pkw der Abgasstufe Euro 5 und 6 so nachzurüsten, dass sie die aktuellen Stickoxidgrenzwerte auf der Straße auch in den Wintermonaten einhalten“.

Pressekontakt:

stern-Reporter Hans-Martin Tillack, tillack.hans-martin@stern.de 

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